Tanzen auf Beton. Weiterer Bericht von der unendlichen Analyse
Graz: Droschl 2012.
168 Seiten, 19 Euro.
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The memory of all that –
No, no – they can’t take that away from me
(Ira Gershwin)

Roman von der unendlichen Analyse, der Lebensroman. Zugleich Essay, Bericht, Feuilleton und Chronik.

Es kommen Led Zeppelin und Muddy Waters vor, aber auch Schostakowitsch und der Berghain, es spielt in Berlin, aber auch in Schanghai, Paris, Mainz, Frankfurt und Tel Aviv. Es geht um Musik, die Unerträglichkeit der Gegenwart und um die Liebe (sowieso). Besser: es geht darum, endlich zu begreifen, warum die Liebesversuche fortwährend scheiterten. Begriffen wird das nach dem Scheitern des letzten Liebesverhältnisses. Das war besonders bizarr. Es war aber offenbar nötig, um endlich das Grundproblem zu begreifen, die Struktur. Das Mittel zum Begreifen ist die Psychoanalyse, die unendlich fortgeführt wird (und die Zeit zum Begreifen ist das ganze Leben). Als Hilfsmittel erweisen sich die Liebe zu Rußland und zu Heavy Metal.

Es ist ein wüstes Buch geworden.
Gerade so eins, wie ich’s mir immer erträumte.

Textauszug

Auf der Shortlist für den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis.

Rezensionen: F.A.Z.; taz; Die Zeit; FR/Berliner Zeitung; Der Freitag

„Das Buch (…) ist, um es kurz zu machen, großartig. Es ist brutal ehrlich und brutal rücksichtslos gegen sich selbst. Und ohne Angst oder mit allergrößter Angst geschrieben. Ja, der ,weitere Bericht von der unendlichen Analyse’ ist, ich muss es sagen, ein Schlachtfeld. Eines, auf dem Iris Hanika sich allen Ruhm und alle Ehre verdient, denn Prosa darf keine Rücksicht nehmen, gute Prosa kann keine Rücksicht nehmen, die beste Prosa ist rücksichtslos.“ (David Wagner im „Merkur“ [Heft 766, März 2013].)

Als Taschenbuch bei btb.
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angepaßte GrößeDas Eigentliche
Roman
Graz: Droschl 2010.
175 Seiten.

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„Ein Roman, der ein Fenster aufstößt. Ein Meisterwerk.“ (Denis Scheck, Druckfrisch)

Das Eigentliche ist für jeden etwas anderes. Für Hans Frambach sind es die Verbrechen der Nazizeit, an denen er leidet, seit er denken kann. Darum ist er Archivar im Institut für Vergangenheitsbewirtschaftung geworden; nur fragt er sich inzwischen, ob es nicht Zeit für eine andere Arbeit wäre.

Auch für seine beste Freundin Graziela stand die Fassungslosigkeit über diese Vergangenheit im Mittelpunkt ihres Lebens – bis sie einen Mann kennenlernte, der sie begehrte, weswegen sie fortan die Begegnung der Geschlechter im Fleische für das Eigentliche hielt; ein Konzept, an dem sie nun zweifelt.

Aber kann man denn den Nationalsozialismus für alles verantwortlich machen? Eigentlich ist es doch ihre Unfähigkeit zum Glück, die Hans und Graziela zu so wunderlichen Gestalten macht. Nur sie selbst halten ihr Unglück nicht für gott-, sondern für nazigegeben. Jedoch stützt der Staat, in dem sie leben, ihre Auffassung, dieses sei das Eigentliche. Wie sonst sollte man sein unausgesetztes Bemühen um Harmlosigkeit erklären?

Der Roman zeigt, wie die Verbrechen der Nazizeit uns bis heute in ihren Klauen halten, und übersieht dabei nicht, zu welchen Absurditäten die Professionalisierung des Gedenkens führt. Denn da wäre noch ein Eigentliches: unsere Hilflosigkeit angesichts des allumfassend großen Verbrechens, das einst in unserem Namen verübt wurde.

„Man kann mit dieser Schuld nicht leben. Das nach fünfundsechzig Jahren intensiver Debatte (…) noch einmal derart eindringlich klargemacht zu haben, ist das große Verdienst dieses (…) Romans.“ (Andreas Platthaus, F.A.Z.)

Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Europäischen Union, was und der hier kommentiert wird, und dem Preis der LiteraTour Nord.

Leseprobe

Einige Rezensionen: F.A.Z., Der Freitag, Die Welt, Deutschlandfunk, NZZ, Tages-Anzeiger

Vergangenheitsbewirtschaftung als Gegenstand der Geschichtswissenschaft: hier.

Italienisch (L’essenziale; Monica Pesetti) bei Atmosphere Libri; bulgarisch (Сьщината; Пенка Ангелова) bei Елнас Канети.

Als Taschenbuch bei btb..

angepaßte GrößeTreffen sich zwei
Roman

Graz: Droschl 2008.
238 Seiten.
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„Und endlich kann ich mich mal lesend mit einer geglückten Liebe amüsieren, und zwar nicht unter meinem Niveau.“ (Jörg Drews)

Ein Liebesroman, in dem es nur um Das Eine geht und in dem es trotzdem keine einzige der in solchem Zusammenhang erwartbaren Stellen gibt.

Auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2008.

Leseprobe

Einige Rezensionen: Jörg Drews (Tages-Anzeiger/SZ); F.A.Z.; Deutschlandradio Kultur; taz; FR

Französisch (Une fois deux; Claire Buchbinder) bei Les Allusifs und Le livre de poche; serbisch (Dvoje;  Biljana Golubovic) bei Mono i Manjana; spanisch (Un encuentro de dos; Jordi Jané Lligé) bei Salamandra; ukrainisch (I zustrilisja dvoe; Bogdana Zemli) bei Dnipro; dänisch (Så siger den ene; Birgit Fuglsang) bei Turbine.

Als Taschenbuch bei btb.

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Die Wette auf das Unbewußte oder Was Sie schon immer über Psychoanalyse wissen wollten

Frankfurt am Main: Suhrkamp 2006.
173 Seiten.

In gemeinsamer Arbeit mit der Psychoanalytikerin Edith Seifert ist eine angenehm zu lesende Einführung in die lacanianische Psychoanalyse entstanden, die sie von beiden Seiten der Couch beleuchtet: aus der Sicht der Analytikerin ebenso wie aus der der Analysantin. Warum die hier mit „t“ geschrieben wird und nicht mit „d“, wie es die alten wie die neuen Rechtschreibwörterbücher vorschreiben, erfährt man aus dem Buch ebenso wie, warum man die Analyse selber bezahlen muß und was die lacanianische Psychoanalyse von anderen Schulen unterscheidet.

Leseprobe

Eine ausführliche Zusammenfassung und Würdigung gibt es hier ab Seite 90.

Musik für Flughäfen
Kurze Texte
Frankfurt am Main: Suhrkamp 2005.
123 Seiten.

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Oder es kommt einmal einer.

Dieses Buch besteht, ähnlich wie „Das Loch im Brot“ (siehe unten), aus ganz verschiedenen, meist kurzen, teils etwas längeren Texten. Nur handeln sie nicht allein von der Wirklichkeit, vielmehr gibt es Ausflüge in die Fiktion. Es geht viel um die Liebe sowie allgemein um das Liebesleben unter den Bedingungen von Großstadt, Hysterie und Völkerwanderung.

Rezensionen: Berliner Zeitung; Deutschlandradio

Berlin im Licht
24 Stunden Webcam

Herausgegeben von Stefanie Flamm und Iris Hanika. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2003. 264 Seiten.

Eigentlich ein Kollektivroman.

Knapp drei Jahre lang, von September 1999 bis Juni 2002, warfen die „Berliner Seiten“ der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ einen anderen Blick auf Deutschlands neue Hauptstadt. Die frisch errichteten Regierungsbauten streifte er durchaus, doch gleich ging er weiter in die Seitenstraßen, wo es Wärmestuben gibt und Kunstgalerien, wo Spielplätze sind und die Leute ihr Gesicht in die Sonne halten, sobald sie scheint, wo Beziehungsgespräche geführt werden und Hunde sich ineinander verbeißen, wo die einen für Jesus demonstrieren und die anderen gegen alles, was ihnen gerade aufstößt, wo die einen sich selbst zum Essen einladen und die anderen sich keine Konserven leisten können. Auf diesen Dingen blieb er haften, und die tägliche Kolumne „Webcam“, eine eigens für die Berliner Seiten entwickelte Form, hielt das Gesehene fest. Weder kommentierte sie, noch beurteilte sie. Aus der Präzision bezog sie ihren Charme. Für dieses Buch wurden die besten Webcams ausgewählt, um einen Tag in Berlin zu erzählen. Er beginnt um 6.30 Uhr an einer Imbißbude an der Torstraße Ecke Alte Schönhauser Straße und endet um 5.37 Uhr am nächsten Morgen in einem Techno-Club. Über fünfzig Autoren, ein Fotograf und ein Zeichner haben dazu beigetragen. 

 Das Loch im Brot
Chronik

Frankfurt am Main: Suhrkamp 2003. 171 Seiten.
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„ein geradezu unverzichtbares Brevier für die Forty-Somethings“ (Thomas E. Schmidt, Die Zeit)

In diesem Buch sind ein Großteil der bis dahin im „Merkur“ erschienenen Lieferungen der Chronik sowie einige längere Texte versammelt.

Einige Rezensionen: Die Zeit; Ossietzky (hier muß man weit nach unten scrollen zu „Scheiben vom Berliner Brot“ oder gleich die Suchfunktion benutzen); Frankfurter Rundschau

Nicht mehr lieferbar, keine weitere Auflage geplant..

Katharina
oder
Die Existenzverpflichtung
Erzählung
Berlin: Fannei & Walz 1992. 167 Seiten.

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Die einen fanden dieses Buch einen „prima Pubertätsroman“, die anderen, daß es West-Berlin gut eingefangen habe. Viele Leser hat es leider nicht gefunden, und es ist nicht mehr regulär lieferbar. Die vor dem Makulieren gerettete Restauflage lagert im Flur der Autorin und wird sukzessive verschenkt. Bei Interesse bitte melden unter: katharina [at] iris-hanika Punkt de.